Dieser Artikel gehört zur Kategorie Selbst bauen, Möbel selber bauen, Wohnen, Problemlösungen, Einrichtung

Computer Schreibtisch aufgeräumt: Monitorpodest selbst bauen und Kabel verschwinden lassen

Mein Schreibtisch ist selbst gebaut - nach eigenen Maßen. Und es ging weiter: Unter einem Brett, mit Abstand zur Schreibtischplatte, lassen sich Kabel verstecken und darüber auf Augenhöhe Monitor und co. stellen.

Wer Technik hat, kommt um Kabel nicht drumrum. Gerade ein Stationärer PC mit Internet, Musik Boxen, Drucker und Scanner hat so einige Meter Kabel auf engem Haufen liegen. Gleich vorweg wie es vorher aussah (links) und nach dem Bau des Monitorpodestes (rechts).

 Schreibtisch Board selber bauen  Vorher und Nachher - nicht nur die lästigen Kabel der Monitore, Boxen und Schreibtischlampe sind weg, sondern es wirkt auch deutlich aufgeräumter. Eine klare Linie sorgt auch für besseres arbeiten am Schreibtisch. © Wohnen-Heimwerken.de

Schreibtisch Board selber bauen
Vorher und Nachher - nicht nur die lästigen Kabel der Monitore, Boxen und Schreibtischlampe sind weg, sondern es wirkt auch deutlich aufgeräumter. Eine klare Linie sorgt auch für besseres arbeiten am Schreibtisch.

Zu kaufen gibt es meist Podeste, die etwa so groß wie ein Monitor sind. Der Monitor steht damit zwar höher, die lästigen Kabel sind aber oft trotzdem noch sichtbar.
Dieses Problem löst ein individuelles Board, welches genau so breit wie der Schreibtisch ist und nur so hoch steht, das zum einen Kabel durchgefädelt werden können, zum anderen die gewünschte Arbeitshöhe erreicht ist. Ein horizontaler Blick auf den Monitor ist wichtig, um auch länger und konzentrierter arbeiten zu können. Zudem wird die Halsstarre vermieden.

Bauanleitung Monitorpodest:

Unser Monitorpodest besteht aus lediglich 4 Teilen. Ein Brett in der gewünschten Länge und Tiefe, sowie 3 Leisten. Die Höhe der Leisten ist auch individuell.

Werkzeug und Material:
  • Brett / Leimholzplatte in den gewünschten Maßen
  • Leiste für die drei Seiten des Bretts
  • Dübel aus Holz
  • Dübelspitzen: um Dübellöcher zu übertragend
  • Bohrer, idealerweise mit Tiefenanschlag
  • Akkuschrauber oder besser noch Ständerbohrmaschine
  • Holzleim
  • Winkel mit 45 Grad Anschlag, Zollstock
  • Lochkreissäge oder Forstnerbohrer etc. für größere Kabellöcher
 Benötigte Werkzeuge  Nicht alle benötigten Werkzeuge sind auf dem Bild vorhanden. Entschuldigung dafür. © Wohnen-Heimwerken.de

Benötigte Werkzeuge
Nicht alle benötigten Werkzeuge sind auf dem Bild vorhanden. Entschuldigung dafür.


Schritt 1: Leisten zurecht schneiden und Dübellöcher bohren

Wir benötigen drei Leisten für die drei Seiten der Platte. Um eine schöne Eckverbindung zu bekommen, sägen wir diese in einem 45 Grad Winkel. Viele Metallwinkel haben einen 45 Grad Anschlag. Alternativ geht auch ein Zollstock mit der entsprechenden Markierung.

Auch bohren wir gleich die Löcher der Dübel.

 Leisten vorbereiten: Dübellöcher mit Tiefenanschlag  Etwas mehr als die Hälfte der Dübellänge wird gebohrt. Da noch keine Dübellöcher in der Holzplatte sind, können wir ohne genaue Maße bohren. Wichtig: senkrecht bohren. Evtl hilft dir auch eine Ständerbohrmaschine. © Wohnen-Heimwerken.de

Leisten vorbereiten: Dübellöcher mit Tiefenanschlag
Etwas mehr als die Hälfte der Dübellänge wird gebohrt. Da noch keine Dübellöcher in der Holzplatte sind, können wir ohne genaue Maße bohren. Wichtig: senkrecht bohren. Evtl hilft dir auch eine Ständerbohrmaschine.

Die Tiefe der Löcher für die Dübel ist zum einen vom Dübel abhängig. Eigentlich etwa 50%. Da die meisten Leimholzplatten aber nur 20mm dick sind, sollten wir diese nicht tiefer als 17mm bohren. Denn zum einen hat der Bohrer noch eine Spitze, zum anderen könnte beim einschlagen des Dübels Durchschlagsgefahr bestehen.
Also ziehen wir 17mm von der Dübellänge ab und so tief bohren wir dann unsere Leisten. Lieber 1mm tiefer bohren, damit am Ende keine Luft zwischen Platte und Leiste übrig bleibt.

Schritt 2: Dübelspitzen nutzen und Bohrlöcher übertragen

Die kleinen Dübelspitzen sind genau dafür gedacht, ein zentrierten Punkt auf dem Gegenstück zu setzen.

Ist eine Leiste auf der Platte übertragen, kannst du diese Bohren (17mm tief bei 20mm Plattenstärke), Dübel mit Holzleim oder auch Knochenleim einleimen und die Leiste einsetzen. So geht bei der nächsten Leiste nichts mehr Schief.

Mit den Kopierstiften für Dübellöcher die Platte bohren Die Kopierstifte, die passend dem Durchmesser des gewählten Dübels ist, werden in die Leisten gesteckt und auf die Platte gedrückt. Wenn du wie ich nur zwei Stifte hast, musst du dir anzeichnen, wo eine Leiste hin kommt. Siehe Bild. © Wohnen-Heimwerken.de

Mit den Kopierstiften für Dübellöcher die Platte bohren
Die Kopierstifte, die passend dem Durchmesser des gewählten Dübels ist, werden in die Leisten gesteckt und auf die Platte gedrückt. Wenn du wie ich nur zwei Stifte hast, musst du dir anzeichnen, wo eine Leiste hin kommt. Siehe Bild.

Schritt 3: Löcher für die Kabel

Dafür habe ich die Lochkreissäge mit 45mm Durchmesser genommen. Da bekommt man nicht nur viele Kabel rein, sondern ist etwas variabler als mit kleinem Loch. Außerdem können Schukostecker ebenfalls durchgefädelt werden.
Von diesem Bauabschnitt habe ich leider keine Fotos gemacht.

Schritt 4: Beizen und versiegeln

Sind alle Teile zusammengesetzt, kannst du noch etwas verschleifen und anschließend beizen. Oder direkt mit Farbe lackieren etc. Ich mag lieber Beizen und anschließend mit Klarlack versiegeln, da die echte Holzmaserung erhalten bleibt.

Natürlich habe ich mich für kirschrot entschieden. So ist auch der Rest meines Schreibtisches. Mehr dazu im verlinkten Beitrag paar Zeilen über diesen Text.





Ist der Rohbau erstellt, wird gebeizt Sind die Leisten angeleimt, können wir alle sichtbaren Flächen lackieren. Ich habe mich wieder für Beize entschieden. Natürlich kirschrot, wie der Rest meines Schreibtisches bereits ist. © Wohnen-Heimwerken.de

Ist der Rohbau erstellt, wird gebeizt
Sind die Leisten angeleimt, können wir alle sichtbaren Flächen lackieren. Ich habe mich wieder für Beize entschieden. Natürlich kirschrot, wie der Rest meines Schreibtisches bereits ist.

Nach zwei Schichten Beize kamen auch zwei dünne Schichten Klarlack. Da ich viel mit Klarlacken experimentiert habe, kann ich Treppen- und Parkettlack empfehlen. Zwar löst der Lack erstmal etwas die obere Beize (daher nicht zu viel rumpinseln), aber nach 10 Minuten ist die erste Schicht staubtrocken und das ganze ist kratzfest. Die Beize sollte natürlich komplett getrocknet sein.

 Fertig gebeizt, nun Klarlack lackieren  Nachdem ich zwei mal alles gebeizt habe, konnte Klarlack aufgetragen werden. Ebenfalls zwei Schichten Klarlack. Da dieser Kratzfest sein soll, habe ich mich für Parkett- und Treppenlack entschieden. Dünn aufgetragen, ist dieser in 10 min trocken. © Wohnen-Heimwerken.de

Fertig gebeizt, nun Klarlack lackieren
Nachdem ich zwei mal alles gebeizt habe, konnte Klarlack aufgetragen werden. Ebenfalls zwei Schichten Klarlack. Da dieser Kratzfest sein soll, habe ich mich für Parkett- und Treppenlack entschieden. Dünn aufgetragen, ist dieser in 10 min trocken.

Um den Goldeffekt zu verstärken, kannst du nach dem Beizen (und vor dem klarlacken) mit feinem und trockenem Schleifpapier in Maserrichtung das Holz abziehen. Dabei bleiben die höher stehenden Winterringe meist stehen und es wird ins weiche Sommerholz geschliffen. Beizt du nochmal dünn nach, werden die Winterringe dunkel und nur die weiche Maserung mit einer einzigen Beizschicht hell. Ich empfehle das erst zu testen, bevor es ans gute Werkstück geht.

 Holz beizen: Goldeffekt bei Kirschrot  Zwar habe ich das ganze schonmal mit der Beizfarbe Eiche Dunkel ausprobiert, aber bei dem Kirschrot war der Effekt am effektivste. Und das allein mit Schleifpapier. © Wohnen-Heimwerken.de

Holz beizen: Goldeffekt bei Kirschrot
Zwar habe ich das ganze schonmal mit der Beizfarbe Eiche Dunkel ausprobiert, aber bei dem Kirschrot war der Effekt am effektivste. Und das allein mit Schleifpapier.

Und am Ende heißt es, selber bauen und aufbauen. Viel Spaß und hinterlasse unten deine Meinung und Erfahrungen.

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Armin W. am 24.07.2018
Nach so etwas habe ich gesucht und wollte das bauen. Nun weiß ich dank dir auch wie! Vielen Dank für die Anleitung.
Armin