Erstellt von Marcus | 24.09.2018
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In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit dem verleimen von Holz. Dazu werden einige Leimarten und deren Verwendung genauer beschrieben. Viele Leimtechniken sind heute fast ausgestorben und sehr speziell.

Inhaltsverzeichnis:Werden alte Möbelstücke restauriert, sollte auch der Leim möglichst die gleichen Eigenschaften besitzen wie damals für das Möbelstück. Heute wird mit Weißleim oder PU-Leim (Plastik) gearbeitet. Gewünschte Effekte wie das nachgeben oder anlösen sind damit in der Regel nicht mehr möglich. Dazu aber mehr in diesem Artikel.
Falls du weitere Leimarten selbst anwendest, schreibe es doch unten in die Kommentare! So kann möglichst wenig altes Wissen verloren gehen!

Weißleim (Dispersionsleim)

Wohl jeder kennt Weißleim, auch Dispersionsleim genannt. Das ist der weiße Holzleim, der heute meist überall Verwendung findet. Auch als PVA oder PVAC Leim bekannt. Er ist formaldehydfrei und in verschiedene Klassen (nach Beanspruchung) eingeteilt: D2, D3, D4. Für die Beanspruchungsklasse D4 ist eine weitere Komponente, dem Isocyanat-Vernetzer, notwendig. Hier spricht man von Komponentenleim. Erst bei Einsatz wird die zweite Komponente zugemischt (nur D4).
Seit einiger Zeit gibt es Einkomponentenleime (Weißleim) der Beanspruchungsklasse D4 zu kaufen.

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Benutzung, Verwendung und Merkmale von Weißleim:
  • trockene Hölzer mit Weißleim bestreichen
  • verleimte Hölzer zusammenpressen
  • Leim noch feucht, Farbe: Weiss
  • Leim ausgehärtet, Farbe: durchsichtig
  • Wasserfeste Weißleime gibt es (dauerhaft Wasserfest ist mir nicht bekannt)
  • für alle starren Holzverbindungen
  • Weißleim gibt nicht nach, nachleimen oder trennen nicht möglich (Klasse D2 und D3 ggf. mit Wasser lösbar)
  • Weißleime sind für den Inneneinsatz und halten Witterungsbedingungen nicht aus
Für den Haushalt bzw. für uns Heimwerker darf Weißleim nicht im Werkzeugregal fehlen. Günstig, lange fertiggemischt haltbar, einfach in der Benutzung. Und auch erwähnenswert: überschüssiger Leim wird farblos transparent. Für die Restauration alter Möbel rate ich hingegen ab.
In meinen Eigenbauprojekten nutze ich fast ausschließlich Weißleim. Z.b. bei dem Bau meiner Holzschatulle.

Glutinleime

Ab hier folgen nun Glutinleime, die aus tierischen Abfallprodukten gewonnen werden. Manche dieser Leime werden heute kaum noch genutzt und gegen moderne Möglichkeiten ersetzt. Leider verschuldet durch das aussterben historischer Berufe.
Die Älteren Leser werden sicher einige Leimarten noch kennen und auch wissen, welcher Leim wo am besten seine Anwendung findet.

Trotz modernere Methoden zur Verleimung wird es nie die alten Leimarten ablösen. Historische Nachbauten und Restaurationen verwenden noch die nachfolgenden Leime und das alte Wissen.

 natürliche Leime für Möbel-Restauration - hier: Knochenleim  Schrank Restauration mit Knochenleim © Wohnen-Heimwerken.de

natürliche Leime für Möbel-Restauration - hier: Knochenleim
Schrank Restauration mit Knochenleim

Knochenleim

Der wohl vielseitigste Leim, den eher noch die alten Hasen unter euch kennen. Knochenleim war und ist ein toller Allzweckkleber und noch heute zu bekommen. Die Verarbeitung und Lagerung angemischten Knochenleims (besonders wegen Schimmel) ist aufwendig/nicht so einfach und ist daher eher etwas für Kenner. Um mal fix etwas anzuleimen zu aufwendig.

Der Vorteil ist wiederrum auch sein Nachteil: Unter Wärme und Feuchtigkeit wird der Knochenleim wieder weich. So können bestehende Verbindungen wieder super gelöst werden. Für den Außeneinsatz hingegen nicht empfehlenswert.

Weiterführender Beitrag: Hier geht es zum Beitrag, wie du Knochenleim ansetzt und verarbeitest.

Verwendet wurde Knochenleim vor allem bei Möbelstücke. Ob für geleimtes Furnier oder Holzverbindung. Alte Stühle die wackeln können mit diesem Leim wieder gefestigt werden - warmes Wasser zum lösen - Knochenleim auftragen und erkalten lassen: fest!
Auch heute noch wird Knochenleim für den Bau von Musikinstrumenten genutzt, da Schallwellen über die verleimte Hölzer übertragen werden können. Knochenleim wird Glashart und ist nicht elastisch. Bei Bruch verleimter Hölzer entsteht eine Fuge zwischen Knochenleim und Holz. (Beim Weißleim reißt eher das Holz.)

Herstellung von Knochenleim:

Hergestellt wird Knochenleim aus Knochen von Nutztieren: Rind, Schwein, Pferd, Schafe etc.

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Hasenleim und Hautleim

Im Gegensatz zu Knochenleim oder Weißleim ist Haut- und Hasenleim sehr elastisch.
Mit Zucker versetzt wurden früher die Klebeflächen von Briefmarken mit Hautleim hergestellt. Sodass nach dem anlecken die Fläche klebrig wurde.

Verwendet wurden diese Leime an allen flexibel bleibende Verbindungen. Unter anderem auch bei Büchern. Buchrücken sollten elastisch sein und die einzelnen Seiten zusammenhalten.
Im (historischen) Bogenbau wird der Leim auch heute noch eingesetzt.
Verdünnter Hasenleim kann zur Lack-Grundierung genutzt werden. Klebt neben Holz auch auf Stein und Glas.

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Herstellung von Hasen- und Hautleim:

Hautleim wird aus Tierhäuten hergestellt. Hasenleim wird aus Häuten von Hasen und Kaninchen hergestellt.

Fischleim

Auch Fischleim hat seine Daseinsberechtigung. Dieser wird im Möbelbau verwendet und ist ähnlich wie der Weißleim fertig und lange (flüssig) haltbar.
Dieser Leim verbindet die guten Eigenschaften von Knochenleim und Hautleim. Hohe Festigkeit und trotzdem sehr flexibel bleibend.

Herstellung von Fischleim

Wird aus Fischhaut und Gräten, sowie anderen Fischabfällen gewonnen und gekocht. Durch die Fischproteine bleibt Fischleim bis ca. 4 Grad Celsius elastisch.

Auch dieser Leim kann mit Wärme und Wasser wieder gelöst werden. Klebt aber auch auf Stein und Glas.

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Nun bist du gefragt!

Kennst du noch mehr Leime, die hier nicht genannt, aber unbedingt hier reingehören sollten? Schreibe weiter unten einfach deinen Kommentar!
Schreib generell deine Meinung und Erfahrung über Verleimungen! :)
Nach bestem Wissen und Gewissen.
Sonnige Grüße, dein Marcus

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