Erstellt von Marcus | 16.05.2018
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Möchte man Echtholz eine neue Farbe geben, so kann man Lasuren, Lacke oder Beize verwenden. So ziemlich alle Farben stehen zur Auswahl oder können angemischt werden. Hier wird es um Beize und um das beizen selbst gehen.

Der Vorteil der Beize: die Maserung bleibt erhalten und betont die Jahresringe.

 Tischplatte kirschrot gebeizt  ..und mit Klarlack versiegelt © Wohnen-Heimwerken.de

Tischplatte kirschrot gebeizt
..und mit Klarlack versiegelt

Die Beize..

...gibt es in kleinen Flaschen in unterschiedlichen Farben im Baumarkt. Ebenso gibt es diese in kleinen Tütchen als Pulver zum selbst anmischen mit normalen Leitungswasser. Gerade beim selber mischen spart man. Tüte: etwa 3-4 Euro, fertige Flasche: etwa 10 Euro. Die Menge ist die selbe, man benötigt nur eine kleine Flasche und warmes Leitungswasser.
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Es gibt verschiedene Farben, nicht nur nach den Vorbildern, also die Farben verschiedene Holzarten, sondern auch kunterbunte Beizen. Beispielsweise Lila, Türkies usw. So kann jeder sein Holz färben und einfärben.

Das Werkstück vor dem Beizen vorbereiten

Beize trägt man auf Echtholz auf. Sperrholz und Leimholz funktioniert, jedoch keine Spanplatten / Pressspanplatten.
Der Untergrund sollte sauber sein, kein Metall enthalten (Verfärbungsgefahr!) und auch kein Holzleim (Knochenleim funktioniert aber) vorhanden sein. Die Beize dringt ins Holz ein, ein beizen von Metallen ist nicht möglich und von Holzleim perlt die Beize ebenfalls ab.

Riefen durch Schleifpapier sieht man nach dem Beizen extrem. Auf einen feinen Schliff, möglichst mit der Maserrichtung, ist empfehlenswert. Ein zu feiner Schliff oder poliertes Holz, haben eine zu dichte Oberfläche. Beize kann dann nur schwer, gar nicht oder nur an manchen Stellen eindringen. Das gibt dann Flecken. Ideal wäre mit einem Schleifpapier von 100er bis 180er Körnung vorzuschleifen. Gute Erfahrungen habe ich da mit meiner Schleifmaus gemacht. So sind meine Projekte Holzschatuelle bauen und Werkstattwagen bauen entstanden.
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So wird gebeizt

Du kannst Beize mit einem Pinsel auftragen. Beachte bitte, dass Pinsel mit Metallteilen die Beize verfärben könnten. Ebenfalls kriecht die Beize den Pinselhaaren hoch. Auch kann ein kleiner Schwamm genutzt werden, der oftmals streifenfreier arbeitet und mehr Beize aufnehmen kann.

Möchte man die Beize tiefer eindringen lassen, kann man das Holz vorher befeuchten. Nicht so nass machen, dass es quellt! Mit einer Sprühflasche und anschließendem abwischen mit einem (fusselfreien) Tuch klappt das am besten. Stehende Wasserpfützen meiden! Die Feuchtigkeit zieht die Beize dann etwas tiefer ins Holz, wird jedoch auch oft verwässert. Mehrmaliges Beizen ist aber kein Problem - so können mehr Farbpikmente eingebracht werden und die Farbe wird noch etwas intensiver.

Sind größere Flächen zu beizen und schafft man den Arbeitsgang nicht zügig mit dem Pinsel, sollte man auf einen Schwamm setzen. So gibt es keine Absetzer oder ein zu dicken Auftrag.

Fehler beim beizen und Fehlerbehebung

Absetzer und Tropfenbildung
Jede Stelle, wo mehr als einmal mit Beize drüber gegangen wird, sieht man. Absetzer und Tropfenbildung meiden - ggf. mit einem Schwamm wischen und nochmals Beize auftragen und Übergänge verwischen.

Äste, starke Jahresringe oder zu glatt polierte Stellen
Die Beize kann fast nicht in die harten Jahresringe eindringen. Das gilt auch für Äste und zu glatt polierte stellen. Abhilfe bei poliertem Holz kann befeuchten schaffen. So stellen sich Fasern wieder auf.

Leimreste und Harz
Gerade bei geleimten Flächen und hellem Holz, sieht man Leimreste oftmals erst, wenn man die Stelle beizen möchte. Tritt der Leim auf einer Fläche auf, sollte großzügig geschliffen werden und danach nochmals gebeizt. Sind Ecken und Kanten betroffen, hilft oft die Leimreste mit einem Messer wegzumachen und mit einem kleinen Pinsel nachzubeizen. Das gleiche gilt, wenn sich Harz auf dem Holz befindet. Dieses sollte man möglichst restlos entfernen.

Nach dem Beizen: Versiegeln

Mir sind bisher nur wasserlösliche Beizen bekannt. Kommt an fertig gebeizte etwas feuchtes, so löst sich die Beize wieder.
Empfehlenswert ist es, jedes gebeizte Möbelstück anschließend zu versiegeln. Klarlacke gibt es in matt oder glänzend. Beachte bitte, dass der Klarlack sich nochmal auf die Optik des Holzes auswirkt.
Wenn die Beize noch nass ist, sieht es wunderschön aus. Ist diese aber trocken, wirkt das Holz matt und optisch hat es an Farbe eingebüßt. Klarlack wirkt dann, als wenn die Beize noch nass ist.
Beachte bitte, das manche Klarlacke die Beize lösen und verschmieren können. Du solltest zuvor mit einem Testbrett etwas experimentieren.
Gut hat sich bei mir Parkettlack gemacht, der Lösemittel enthält. Lösemittelhaltige Lacke scheinen am besten bei Beize auf Wasserbasis zu sein.

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Vor dem versiegeln kann das Holz nocheinmal angeschliffen werden, muss aber nicht.

Empfehlung am Rande
Für meinen Schreibtisch habe ich Kiefernholz gewählt. Anschließend zwei Schichten rote Beize (Kirsch dunkel) aufgetragen und mit 180er Schleifpapier in Maserrichtung geschliffen. Die Jahresringe haben dadurch eine gewisse Tiefe erhalten. Gerade die Winterringe wurden durch das rot eher wie Gold. Der Schreibtisch ist somit dunkel Kirschrot, bei Sonnenlicht glänzt die Maserung in einem goldenem Schimmer. Siehe Bilder unten.

Und zum Schluss ein paar meiner gebeizten Stücke

 Tischplatte kirschrot gebeizt  ..und mit Klarlack versiegelt © Wohnen-Heimwerken.de

Tischplatte kirschrot gebeizt
..und mit Klarlack versiegelt

 Mein selbstgebauter Hocker mit Eiche hell Beize und versiegelt  Bei diesem Holz (Fichte), habe ich mit Eiche hell gebeizt. Anders als beim roten Schreibtisch, habe ich mit Klarlack aus der Dose versiegelt. Hat auch wunderbar geklappt. © Wohnen-Heimwerken.de

Mein selbstgebauter Hocker mit Eiche hell Beize und versiegelt
Bei diesem Holz (Fichte), habe ich mit Eiche hell gebeizt. Anders als beim roten Schreibtisch, habe ich mit Klarlack aus der Dose versiegelt. Hat auch wunderbar geklappt.

 Kirschrot gebeizter Schreibtisch  Nochmal mein Schreibtisch. Auf der Oberfläche merkt man die Maserung der Jahresringe. Klarlack muss dünn sein und oft mehrmals aufgetragen werden, damit Vertiefungen verschwinden. Lange Trocknungszeit! Parkettlack hat den Vorteil kratzfester zu sein. © Wohnen-Heimwerken.de

Kirschrot gebeizter Schreibtisch
Nochmal mein Schreibtisch. Auf der Oberfläche merkt man die Maserung der Jahresringe. Klarlack muss dünn sein und oft mehrmals aufgetragen werden, damit Vertiefungen verschwinden. Lange Trocknungszeit! Parkettlack hat den Vorteil kratzfester zu sein.

Nach bestem Wissen und Gewissen.
Sonnige Grüße, dein Marcus

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Maria Isabel Halder am 18.06.2019#1
Mein Eßtisch ist sehr alt und soll neu gebeizt und versiegelt werden. Ich kann es selbst nicht machen. An wen kann ich mich wenden, der diese Arbeit bei mir macht?
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