Dieser Artikel gehört zur Kategorie Wissen, Erneuerbare Energien

Solarmodule ertragreicher nutzen: Neigung und Ausrichtung

In Deutschland wird die Solarenergie immer beliebter und die Kosten dafür werden auch geringer. Solaranlagen können mit der richtigen Ausrichtung und Neigung noch effektiver Strom erzeugen.

In Deutschland befinden wir uns auf der Nordhalbkugel zwischen dem 48. und 54. Breitengrad. Ein Mittelwert für die Berechnung der Effektivität von Sonnenernergie (in Deutschland) wie folgt:
  • Sommer / klar bis diffuser Himmel: 600 bis 1000 Watt pro Quadratmeter
  • Winter / klar bis diffuser Himmel: 300 bis 500 Watt pro Quadratmeter
  • Sommer / leicht bis mittel bewölkt: 300 bis 600 Watt pro Quadratmeter
  • Winter / leicht bis mittel bewölkt: 150 bis 300 Watt pro Quadratmeter
  • Sommer / stark bewölkt: 100 bis 300 Watt pro Quadratmeter
  • Winter / stark bewölkt: 50 bis 150 Watt pro Quadratmeter
Mehr Sonnendaten gewünscht? In unserem Artikel geht es um die Leistung eines Solarmoduls, Amortisationszeit und um Sonnendaten.

 Erneuerbare Energien effektiv nutzen  Sonne und Wind - in Deutschland haben wir von beiden gute Mittelwerte. Doch gibt es einige Faktoren, die zur effektiveren Nutzung beitragen. © Wohnen-Heimwerken.de

Erneuerbare Energien effektiv nutzen
Sonne und Wind - in Deutschland haben wir von beiden gute Mittelwerte. Doch gibt es einige Faktoren, die zur effektiveren Nutzung beitragen.

Im Weltall sollen 1367 Watt pro Quadratmeter dauerhaft möglich sein. Alle Angaben aus der Wikipedia zum Thema Sonnenschein.

Solarmodule können hingegen nur einen Teil der obigen Angaben liefern. Die Effektivität wird fortwärend immer weiter verbessert.

Lies hier weiter: Kosten, Wirtschaftlichkeit, Ertrag und Umweltschutz

Neigung und Ausrichtung von Solarmodulen

Um ein Maximum aus unseren Solarmodulen ziehen zu können, benötigen wir den richtigen Standort, Ausrichtung und Neigung.

Der richtige Standort für Solarmodule:
  • keine Verschattung durch Bäume
  • keine Verschattung durch Gebäude
  • keine Verschattung von Solarmodulen, die hintereinander angebracht sind (im Winter steht die Sonne tief!)
Nicht immer ist der Standort frei wählbar. Vorallem wenn eine große Anlage auf dem Dach entstehen soll, ist man abhängig auch von der Neigung und Ausrichtung. Ausgenommen sind Flachdächer oder bei verstellbare Halterahmen.

Die richtige Ausrichtung von Solarmodulen:
In Deutschland sollten Solarmodule möglichst exakt nach Süden ausgerichtet werden. Dabei sind bis zu 30 Grad Abweichung unbedenklich, da so eher Morgensonne oder mehr die Abendsonne genutzt wird.
Es gibt verschiedene Vorrichtungen, die ein automatisches mitwandern mit der Sonne ermöglichen. Demnächst folgt auf Wohnen-Heimwerken.de dazu eine Anleitung, wie sich soetwas jeder selber bauen kann.
Möchtest du dich genauer damit befassen, suche bspw. bei Google nach Solarmodul Nachführung.

Die richtige Neigung von Solarmodulen
Wir wissen, dass im Sommer die Sonne sehr hoch steht. Im Winter kommt diese nur für wenige Stunden über den Horizont. In manchen Tälern kann es auch den ganzen Winter über schattig bleiben.
  • Sommer: Sonnenneigung zum Mittag bei 60 bis 65 Grad
  • Winter: Sonnenneigung zum Mittag bei 12 bis 18 Grad
Ein guter Mittelwert für die Neigung deiner Solarmodule wäre zwischen 30 und 50 Grad.
 Solarmodul Neigung auf dem Dach © Wohnen-Heimwerken.de

Solarmodul Neigung auf dem Dach

Idealerweise könnte man die Neigung der Solarmodule zwischen den Jahreszeiten verändern. Einige Vorrichtungen als Dachhalterung bieten einstellbare Neigungswinkel. Oft für jedes Solarmodul einzeln oder im Verbund. Doch wer klettert aufs Dach, um abhängig der Sonnenneigung seine Solarplatten auszurichten?

Auch hier könnte man eine einfache Verstellung realisieren oder sogar elektrisch automatisieren.

Einen schönen Beitrag zu Neigung und Ausrichtung gibt es bei photovoltaik.org.

Achtung: Stabilität der Halterung beachten
Kaufst du fertige Halterungen für Solarmodule, so sind diese auch geprüft und genau für ihren Einsatzzweck entwickelt worden.
Es würde nichts gegen ein Eigenbau sprechen, insofern das ganze auch noch bei Orkanböhen an Ort und Stelle bleibt. Keiner möchte sein Solarmodul im Fenster des Nachbargebäudes wiederfinden.

Gerade wenn mehrere Module auf einem Flachdach mit anderer Neigung angebracht werden, so gibt es eine hohe Angriffsfläche für den Wind.
Beachte aber nicht nur den Wind, sondern auch Schneelasten.
Im Internet gibt es dafür Schneelast-Rechner.
Beachte ebenfalls, dass zugeschneite Solarmodule, sowie das Gewicht von Solarmodulen und Halterungen, die Dachlast stark erhöhen können.

Noch mehr Ertrag bietet die Sonnennachführung

Die Sonnennachführung, auch als Solar Tracking bezeichnet, lässt Solarmodule mit der Sonne mitwandern. Der Ertrag kann dann zwischen 20 und 30% höher ausfallen. In einem eigenen kleinen Versuch, konnte ich zirka 25% mehr Strom gewinnen.
Für größere Anlagen auf einem schrägen Dach steht diese Technik eher weniger zur Verfügung. Neben einem Messpunkt und Computertechnik, ist die Mechanik ein Problem. Daher wird die Sonnennachführung eher für Flachdächer oder bei Bodenmontage (z.b. auch per Mast) genutzt.
Sobald ich ein gut funktionierendes System gefunden habe, welches problemlos auch auf sehr schrägen Dächern funktioniert, aktualisiere ich dieses Thema hier.

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